... die Liebe zur Natur


Als junges Mädchen habe ich die Jäger nicht ausstehen können. Wie kann es sein, dass Menschen Spaß am Töten von Tieren haben? Für mich völlig unverständlich. Mit kleiner Säge bin ich in den Wald gegangen und habe versucht die Hochsitze anzusägen. Zum Glück ohne Erfolg :-). Im Jugendalter sind mir viele Gedanken zu dem Thema Ernährung und Haltung von Tieren durch den Kopf gegangen. Zum Einen wollte ich immer Tiere "besitzen", zum Anderen hat mich die Haltung von Tieren sehr abgeschreckt. Nach einer Zeit intensiver Auseinandersetzung mit der Thematik hatte ich beschlossen im Alter von 14 Jahren gänzlich auf Fleisch zu verzichten. Beinahe 14 Jahre habe ich mein Vegetarier-Dasein mit Überzeugung durchgezogen bis ich eines Tages bei Bekannten vor einem Rehrücken saß und meine Argumente gegen die Haltung von Tieren plötzlich keine Gewichtung mehr hatten.

Foto: Stephan Frank
Foto: Stephan Frank

Mit diesem Tag war mein fleischloses Leben vorbei. Meine Einstellung zu der Haltung von Tieren hat sich jedoch nicht wesentlich verändert, das zur Jagd jedoch um 180 Grad. Für mich ist das Erlegen von wilden Tieren die fairste und natürlichste Art und Weise sich Fleisch zum Essen zu verschaffen. Nicht jeder Mensch muss ein Tier töten können, jedoch sollte sich ein Jeder mit diesem Tabuthema auseinander setzten und insbesondere unsere Kinder damit konfrontieren. Viele der Kinder, die ich bei mir habe, kennen den Bezug der Tiere die sie auf dem Hof und in der Umgebung sehen und ihrem Wurstbrot nicht. Sie wissen nicht, dass Tiere für ihr Mittagessen sterben müssen. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, Kinder ganz vorsichtig und mit viel Fingerspitzengefühl an dieses Thema heranzuführen um ihnen ein Bewusstsein für die Herstellung heutiger Nahrungsangebote zu vermitteln. Mit Unterstützung des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V. mache ich zur Zeit eine Ausbildung zum Naturpädagogen des Deutschen Jagdverbandes. Unter dem Titel "Lernort Natur" bildet der DJV Jäger zu Naturpädagogen aus, mit dem Ziel insbesondere Kinder an das Thema Natur und Jagd heranzuführen. Dabei geht es in erster Linie nicht um die Ausführung der Jagd sondern viel mehr um den Bezug zur Natur und das Lehren von nachhaltigem Handeln. Wer mehr über "Lernort Natur" erfahren möchte findet hier alles Weitere.

Abgesehen von der Jagd als Nahrungsbeschaffung, haben Jäger als Heger von Wild, Wald und Wiese einen erheblichen Anteil an unserem heutigen Natur- und Artenschutz. Die Verbundenheit zur Natur und den wunderschönen Wundern vor unserer Haustür hat mich mein ganzen Leben begleitet und immer wieder auf ein Neues fasziniert. Es ist mir ein großes Bedürfnis diese Leidenschaft an andere Menschen weiter zu geben und damit den Schutz der uns umgebenden Natur zu verstärken .

"Gemeinsam Jagd erleben"

 

Der Deutsche Jagdverband ruft dazu auf, Nichtjäger zur Jagd einzuladen. Die Jagd, wie sie wirklich ist, zu erleben und zu erfahren ist das Ziel dieser Aktion des DJVs.

"Jagd ist Vielfalt. Jagd ist Naturerlebnis. Jagd ist Einklang mit der Natur. Jagd ist Liebe zur Natur".  Mehr dazu hier.

 

Ich selber bin mit meiner  Einstellung zur Jagd das perfekte Beispiel für die Möglichkeit, eben diese zu ändern.

Was den Menschen fehlt ist, wie so oft, das Wissen. Selbstverständlich ist auch bei der Jagd nicht alles rosa-rot und leider finden sich viele Klischees und Vorurteile hin und wieder bestätigt. Es gibt Menschen unter den Jägern, die keinen Respekt vor der Kreatur und dem Leben haben. Leider..... Solche Menschen findet man jedoch auf der ganzen Welt, egal welchen Ursprungs und Zugehörigkeit.

Mein Ziel ist es, meinen Mitmenschen aufzuzeigen, dass es eben nicht nur diese Klischees gibt, sondern hinter der Jagd so vieles mehr steckt. Bei jeder Gelegenheit nehme ich Freunde mit auf den Hochsitz, um ihnen das Thema Jagd näher zu bringen. Zu meinem Glück kann ich direkt vor unserer Haustür die Jagd ausüben.  

Und ja...  ich töte Tiere. Das tue ich aus gutem Grund.

Es ist für mich eine Auseinandersetzung mit meiner Nahrung. Ich habe das Bedürfnis zu wissen woher mein Essen kommt, in welchem Zustand es bei der Tötung ist und wie es gelebt hat. Meiner Auffassung nach kann kein Biorind-oder schwein ein schöneres Leben führen wie ein wildes Tier, welches von seiner Tötung nichts mitbekommt.

Hinzukommt die Verbindung zur Natur. Erst durch lange einsame Stunden auf dem Hochsitz habe ich meine eigene Art und Weise zu beobachten erfahren, meine Sinne geschärft und gelernt was es heißt sich leise zu verhalten und Geduld zu bewahren.

Nach wie vor gibt es für mich nichts schöneres als still zu sitzen und zu beobachten.


Qualifikation:


  • Master of Science Agr., Fachrichtung Umweltwissenschaft
  • Erlangen des Jagdscheins
  • Ausübung der Jagd und Mitglied im Kreisjagdverband Müritz e.V.
  • Zertifizierter Natur- und Landschaftsführer für den Müritz Nationalpark
  • zwei Saisons über Mitarbeit und Leitung des Klax Natur- und Umweltcamps
  • Naturpädagogen des Deutschen Jagdverbandes
  • Mitarbeiterin der Aktion "Natur im Garten" des Landschaftspflegeverbandes "Mecklenburgische Endmoräne" e.V.